Borsigwalde - Historie eines Reinickendorfer Ortsteils
von Dr. Helmut Esenwein
Gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts war die Stadt Berlin
für die aufstrebende Industrie der Gründerzeit zu eng ge-
worden. Die Maschinen- und Lokomotiven-Fabrik August Borsig
erwarb deshalb 1894 das Areal zwischen Tegeler See und der
heutigen Berliner Straße, um dort von 1896 bis 1898 ein neues
Werk aufzubauen.
Qualifizierte Arbeitskräfte wurden aus allen Regionen
Deutschlands angeworben und diese sollten in der Nähe des
Werkes wohnen.
Die Terraingesellschaft Tegel m.b.H., die kurz darauf zur
Terraingesellschaft Borsigwalde m.b.H. umfirmierte, erwarb von
den Dalldorfer Bauern die karge und unfruchtbare Dalldorfer
Heide, eine mit Kiefern, Kuscheln und Heidekraut bewachsene
Einöde. Mancherorten bestand sie nur aus stellenweise
spärlich mit Gras bewachsenen Sanddünen. Die große
wirtschaftliche Bedeutung der Firma Borsig ermöglichte den
preiswerten Erwerb des Landstücks.
Auf 161 Hektar entstanden Wohnhäuser durch die Firma Borsig
und durch Baugenossenschaften, an denen sie beteiligt war.
Vor allem die Räuschstraße und der südliche Teil von Schubart-
und Conradstraße legen noch heute Zeugnis von der Baukultur
der damaligen Zeit ab. Einzelne Häuser stehen heute unter
Denkmalschutz oder, zusammen mit anderen, unter Emsemble-
schutz.
Bis 1904 erhielt die Siedlung durch Gesetz den Status einer
Dalldorfer Kolonie, bis zum 30. September 1905 war als
Geburtsort der hier Geborenen Dalldorf-Borsigwalde in der
Geburtsurkunde zu lesen. In der Folge erhielt die Siedlung
dann die Erlaubnis, sich Borsigwalde zu nennen.
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